Die Katze ist aus Pelz gebaut.

 

Vorne am Kopf hat sie eine Schnauze, mit der sie spricht und Mäuse frisst. Tatar und Steaks frisst sie auch.

 

Die Katze ist ein Raubtier. Ihre Zähne sind außerordentlich spitz. So braucht sie weder Messer noch Gabel.

 

Über der Schnauze trägt die Katze einen Schnurrbart, den sie nie rasiert. Sie benutzt ihn, um mit den Spitzen der Haare die Breite von Eingängen zu ertasten, wenn sie nicht hinschauen will.

 

Eine Nase hat die Katze auch. Das Auffallendste an der Katze sind jedoch ihre Augen. DORT WO DAS FELL DIE LÖCHER HAT, SIND DIE AUGEN. Sie bestehen aus Topas und Smaragd. Wen die Katze länger als drei Minuten anschaut, der ist verhext.

 

Oben auf dem Kopf der Katze sind zwei spitze Ohren angebracht. Damit hört sie weg, wenn man sie ruft. Wenn sie jedoch will, erlauscht sie im Grillengezirp eine einzelne falsch gestimmte Fidel.

 

Weiter oben hört die Katze auf, um sich aber dafür nach unten heftig fortzusetzen. Da ist zunächst einmal der Körper der Katze. Er ist länglich-rundlich und verfügt im Bedarfsfall über die Fähigkeit, sich briefmarkendünn zu machen. Ein solcher Bedarfsfall liegt vor, wenn die Katze durch einen Türspalt entwischen will, aber nicht soll.

 

Östlich und westlich unter dem Körper der Katze wachsen Beine.

Es sind genau vier Stück, an deren Enden die Katze Krallentatzen trägt. Die Krallen an den Tatzen kann sie aus- und einfahren. Man kennt das System von Flugzeugfahrgestellen. Jedoch ist das Anwendungsgebiet der gebogenen Katzenkrallenhacken ein anderes.

Die Katze gebraucht ihre Instrumente zur Aufarbeitung von Polstermöbeln.

 

Nach Norden setzt sich die Katze mit einem antennenartigen Körperteil fort, den man Schweif nennt. Danach hört sie endgültig auf.

 

Nun komme ich zum Inhalt der Katze. In der Katze drin, sozusagen in ihrer Mitte, liegt der Schnurr. Der Schnurr ist unsichtbar. Selbst wenn man die Katze aufklappte, sähe man ihn nicht. Den Schnurr hört man. Die Katze stellt ihn nach Belieben ab und an. Obschon der Mensch dümmlicherweise den Schnurr auf sich bezieht, schnurrt die Katze nur für sich selber.

 

Überhaupt setzt sie ihre Talente überwiegend zum Zwecke des eigenen Wohlbehagens ein.

Wenn die Katze sauber ist, sitzt sie auf Bäumen.

Sind die Pfoten schmutzig geworden, so liegt sie im Bett.

Wenn man die Katze sucht, ist sie weg.

Die Katze ist ein geheimnisvolles Geschöpf.

Wenn sie nachts über die Straßen schreitet, verwandeln sich ihre Augen in Lampen. Entgegen der Verkehrsordnung trägt sie kein Rücklicht.

 

Überhaupt widersetzt sich die Katze allen nur erdenklichen Ordnungen mit gutem Erfolg.

Das liegt daran, dass die Katze...

Also die Katze...

Die Katze ist...

Was eine Katze genau ist, kann man nicht erklären.

 

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